Bausteine von Ankenstein
17. Dezember 2018

Der Bausteingießer – Erfolgreiches Crowdfundingprojekt ankenstein will Kinderzimmer erobern

Francis Heckman ist Unternehmensberater. Und neuerdings Spielzeughersteller. Mit ankenstein produziert er Bauklötze in Pulverform zum Selbstgießen.

Ein Unternehmensberater, der zum Spielzeugproduzenten wird – manche Geschichten schreibt nur das Leben selbst. Hinter dieser steckt Francis Heckman. Der 38-jährige Wahlbremer hat zusammen mit Professor Andreas Kramer von der Hochschule für Künste und seinem Geschäftspartner Frank Steffens das Bauklotz-System ankenstein erfunden.

Am Anfang wird gebacken. Bevor Kinder mit ankenstein losspielen können, müssen sie die kleinen Steinchen zunächst herstellen. Dazu verrühren sie die pulvrige Gipsmasse mit Wasser und gießen sie wie Kuchenteig in eine Silikonform, in der sie dann innerhalb von 30 Minuten an der Luft bei Zimmertemperatur aushärtet. Fertig ist der erste Satz Spielsteine.

„Aus dem Nichts etwas erschaffen – das reizt Kinder. Und ist auch für die Eltern toll, die beim Gießen und Rühren mithelfen“, sagt Heckman. Er selbst hat die Steinchen zusammen mit seinen Töchtern erprobt, bevor es in die Massenproduktion ging. „Es fördert Hand-Augen-Koordination und ist kreativ, das finden Eltern natürlich gut“, ergänzt er.

 

Francis Heckman und Frank Steffens
Francis Heckman und Frank Steffens mit dem ankenstein-Starterpaket © Starthaus/Raveling

Kurze Wege: vom Banker zum Spieler

Heckman kommt aus der Finanzbranche. Nach 17 Jahren im Angestelltendasein entschied der gebürtige Hamburger 2016, sich als einer von vier Gesellschaftern mit proACT Solutions selbstständig zu machen. „Ich habe mich immer schon fürs Unternehmertum interessiert“, sagt der Amerikaner mit chinesischen Wurzeln. proACT berät Start-ups bei der Investorensuche, Mittelständler bei Innovationsprozessen und Investoren bei Finanzentscheidungen.

Und produziert jetzt auch noch Spielzeug. Für das eher untypische Betätigungsgebiet hat Heckman eine Erklärung parat: „Wir lieben die Umsetzung, das Greifbare, nicht bloß die theoretischen Konzepte. Wir machen uns auch die Hände dreckig. Als sich das Projekt ergab, war für uns daher klar – wir machen mit!“

 

 

Angemalte Figuren
Sind die Steine ausgehärtet, können sie auch bemalt werden © ankenstein

Kreativer Input aus Bremen

Die Form des ankensteins stammt aus der Feder von Andreas Kramer. Der Professor an der Kreativschmiede Hochschule für Künste ist Spezialist für Produktdesign am Computer. Die charakteristische Wellenform war ursprünglich für Porenbetonsteine im Häuserbau vorgesehen. Zusammen mit Francis Heckman kamen die beiden dann jedoch auf Spielsteine. Aus verschiedenen Silikonformen lassen sich jetzt Mauersteine, Bögen oder Dachziegel gießen, in beliebiger Menge – die Gipsmasse kann einzeln nachbestellt werden.

Für die Umsetzung setzten sie auf die Crowd. „Wir haben den Aufruf zum Wettbewerb ‘Ideen für Bremen’ im Frühsommer 2018 gesehen und wussten, dass das unsere Chance ist“, so Heckman. Der Wettbewerb rief im Sommer dazu auf, die besten Projekte auf der Bremer Crowdfundingplattform “Schotterweg” zu küren. Nutzerinnen und Nutzer können dort Projekte mit Geldmitteln unterstützen. Sie wird organisiert vom Starthaus Bremen. Die Bremer Klötzchenmacher belegten den dritten Platz, konnten über 10.000 Euro einsammeln. „Das Geld hat die Investition in das Material und den Aufbau eines Shops möglich gemacht!“

Crowdfunding als Ideenstarter

Für Heckman war die Crowdfundingkampagne eine lehrreiche Phase – denn schließlich berät er selbst Start-ups in Finanzfragen. „Neben der Vorarbeit ist es wichtig, während der Investitionsphase viel Arbeit reinzustecken“, berichtet Heckman aus seinen Erfahrungen, „Wir haben versucht, so viele Menschen wie möglich persönlich darauf aufmerksam zu machen und zusätzlich kleinere Beträge in Werbung investiert.“

Die ersten Starterpakete sind jetzt in einem eigenen Onlineshop bestellbar – und in einem bisher leeren proACT-Bürozimmer im Bremer Gründerzentrum BITZ stapeln sich bereits die Versandkartons. Die ersten davon gehen an die Onlinecommunity als Belohnung für die frühe Unterstützung, der Rest ins Weihnachtsgeschäft.

 

ankenstein-Bausteine in Form eines Durchgangs
Kleine architektonische Meisterwerke aus dem ankenstein © ankenstein

Hoch stapeln

Heckman möchte hoch hinaus mit den Klötzchen. Für die Spielwarenmesse in Nürnberg im kommenden Jahr hat er sich bereits eine kleine Standfläche gemietet, um dort auf Kundinnen und Kunden oder Händlerinnen und Händler zu treffen. Dazu nutzt er die Messeförderung, ein Angebot der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven, die es kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglicht, an wichtigen Messen teilzunehmen. „Ich habe Kontakte in die Branche und bin gespannt, was sich im kommenden Jahr so alles ergibt“, sagt er.

Bremen sieht er dabei als idealen Ausgangspunkt, sowohl für sein Bauklotz-System, als auch für sein junges Start-up. „Die Hansestadt ist ein wettbewerbsfähiger Standort mit guter Anbindung. Wir sind schnell bei unseren Kunden, egal wo diese sitzen“, so Heckman.


Schreiben Sie uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder rufen Sie uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn Sie Fragen zu Ihrer Gründung(sidee) haben. Wir haben die Antworten!

 

Foto oben: In einer halben Stunde sind die ersten Baustein gegossen und ausgehärtet © Starthaus/Raveling