Ann-Kristin Riemann von Ann Lace
19. Februar 2019

Ein Herz für Bremen

Ann-Kristin Riemann hat sich mit ihrem Label „Ann Lace“ selbstständig gemacht. Obwohl alle Bekannten rieten, es nicht zu tun. Dank Crowdfunding und einer großen Portion Mut ist sie auf dem Erfolgspfad.

Zarte Linien, aber kräftige Formen, modern, jung und frisch, ein bisschen Vintage noch dazu: Mit ihren „Weserherzen“ trifft Ann-Kirstin Riemann einen Nerv. Accessoires und Dekoratives, Tassen, Prints, Schmuck oder Stoffbeutel, für eine junge Zielgruppe. „Ich liebe Bremen und will eine Botschafterin für die Stadt sein. Für stilbewusste Menschen gab es aber bisher einfach keine tollen Bremen-Produkte. Deshalb mache ich sie“, sagt die 32-Jährige.

Sie liebt es, mit ihren Händen zu arbeiten, zu tüfteln, zu zeichnen, kreativ zu sein. Wer bei ihr kauft, erhält Handgemachtes, nichts von der Stange. In ihrem Büro, gleichzeitig ihre Werkstatt, stapeln sich Papiere, Skizzen, Entwürfe, Materialien.

 

Gründen in der Kreativwirtschaft

Ihr Onlineshop ann-lace.de ist ganz neu – ihre Berufung aber schon älter. Schon während ihres BWL-Studiums 2014 begann sie, auf Plattformen wie DaWanda Handgemachtes zu verkaufen. Zum Ende des Studiums 2017 fiel dann die Entscheidung, ihren Nebenjob zur Lebensaufgabe zu machen. „Gerade als Kreative trifft man da auch auf Unverständnis. ‚Das ist ja nur ein Hobby‘, ‚Du machst ja nur, was dir Spaß macht‘, hieß es dann“, erinnert sie sich. Das schon bald ihr ganzes Leben von der Selbstständigkeit bestimmt wurde, hielten nicht alle Freundschaften aus. „Ich stehe aber zu 100 Prozent dahinter, arbeite quasi 24 Stunden am Tag“, sagt sie.

Zuspruch gab es da von anderer Seite: Aus der Onlinecommunity etwa, über die Ann-Kristin hauptsächlich ihre Produkte vertreibt – ihren Instagram- und Facebook-Account. Und von anderen Selbstständigen, die in Bremen ihre Existenz aufbauen.

 

Startschuss vom Starthaus

Die traf sie im Coaching-Programm des Starthauses. Von Herbst 2016 bis Herbst 2017 nahm sie an der einjährigen Schulung teil, die sie fit für die Gründung machte. „Durch mein BWL-Studium hatte ich natürlich schon etwas Wissen, aber das Coaching-Programm hat mich wirklich weitergebracht. Neben den vielen Trainings und den Grundlagenworkshops war es sehr hilfreich, mich mit anderen Gründerinnen und Gründern unterhalten zu können, die dieselben Probleme, Sorgen, Ideen und Wünsche haben“, meint sie begeistert.

Anderen Gründern rät sie, es ähnlich zu halten. „Geht auf Veranstaltungen, tauscht euch aus, wagt etwas!“, empfiehlt sie und spielt damit auch auf ihren zweiten wichtigen Schritt ins junge Unternehmen an: Ihre Crowdfundingkampagne auf der Bremer Plattform „Schotterweg“, bei der sie im Sommer 2018 rund 5.000 Euro Startkapital einsammelte.

„Zuerst hatte ich noch meine Zweifel, mitzumachen“, erinnert sie sich, „denn damit begab ich mich ja direkt ins Rampenlicht. Ich musste jetzt allen erzählen, was ich vorhabe, es in die Welt posaunen. Dass ich den Schritt dann gewagt habe, macht mich im Nachhinein sehr glücklich. Ich habe viele wichtige Kontakte während der Kampagne aufgebaut.“

 

Ann-Kristin Riemann
Ann-Kristin Riemann empfiehlt anderen Gründerinnen und Gründern sich in der Szene zu vernetzen © Nouvelle Studio Bremen

 

Von der Achterbahnfahrt Selbstständigkeit

Ihre Geschichte ist auch eine der vielen Aufs und Abs, wie sie wohl jede Gründerin und  jeder Gründer erzählen kann. „Ich wollte schon öfters hinschmeißen – nur um im nächsten Moment schon den Millionentraum zu haben“, lacht sie und führt selbstbewusst fort: „Ich weiß einfach, dass es klappt, dass ich meinen Weg gehen kann.“

Einige schwere Steine hat sie bereits aus dem Weg geräumt. 2018 schloss DaWanda, eine Internetplattform für Do-it-yourself und Handgemachtes, bis dahin Ann-Kristins Haupteinnahmequelle. „Ich stand quasi vor dem Nichts und musste mir überlegen, wie es weitergeht. Mein Fehler war es, mich zu sehr auf ein Standbein zu verlassen“, rekapituliert die junge Frau heute.

 

Online und offline für Bremen unterwegs

Seither baut sie ihre eigene Community auf – hauptsächlich über Social Media. Zwei bis drei Stunden am Tag verbringt sie damit, sich Strategien auszudenken, Postings zu planen und mit ihren Kundinnen und Kunden zu interagieren. „Das ist wahnsinnig wichtig, der persönliche Service ist mein großer Pluspunkt. Ich nehme meine Follower mit auf meine Reise, zeige mich. Das mögen die Menschen“, sagt sie.

Neben Social Media kümmert sie sich um ihren Onlineshop und bahnt Kooperationen mit dem Bremer Einzelhandel an. „Es gibt viele Kreative hier in Bremen, man kommt schnell in die Szene herein. Man geht hier nicht so unter wie in größeren Städten, wie in Hamburg oder Berlin“, so die begeisterte Bremerin.

Kontakte, die sie nutzt: So druckt die Steintorpresse im Bremer Viertel die Druckwaren (Postkarten und Schmuckkärtchen). Und Viktoria Theoharova von „Huddy“ vernäht die Label ihrer Stoffbeutel. Lokal, nachhaltig und fair zu produzieren ist ihr wichtig – und dabei einen Akzent zu setzen für ihre Heimatstadt.

Ihre Kollektion möchte sie in den kommenden Monaten erweitern und befragt dazu regelmäßig ihre Community nach Vorschlägen, Eindrücken und Wünschen. Denn sie weiß: In Bremen schlagen ganz schön viele Weserherzen.

Neben dem Onlineshop gibt es ihre Kollektion auch in folgenden Läden:

  • Bremer Touristikzentrale
  • TiLu – kleines feines, Am Schwarzen Meer 7, 28205 Bremen

Und online hier:

Kollektion “Weserherzen”:


An einer Gründung oder an Wachstum des Startups interessiert? Schreib uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder rufe uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn du Fragen zu deiner Gründung(sidee) hast oder Unterstützung beim Wachstum wünscht. Wir haben die Antworten!

 

Bild oben: Ann-Kristin Riemann hat den Schritt in die Selbstständigkeit mit Unterstützung des Starthaus Coaching-Programms und eines Crowdfunding-Projekts gewagt © Nouvelle Studio Bremen