2. Oktober 2020

Raus aus dem Klassenzimmer und hinein in das Unternehmens-Abenteuer

Statt Mathe, Biologie oder Geschichtsunterricht standen für diese Bremer Schülerinnen und Schüler „Gründungsidee entwickeln“ und „Selbstständigkeit“ auf dem Stundenplan. Was haben die Jugendlichen aus den vier Tagen mitgenommen?

Die eigene Geschäftsidee entwickeln, das eigene Unternehmen gründen und in die Selbstständigkeit starten – das sind nicht die klassischen Antworten von Jugendlichen, wenn man sie nach ihrem Berufswunsch fragt. Doch rund 30 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a am Bremer Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums konnten im Rahmen der Schulkooperationswoche im September 2020 in Zusammenarbeit mit dem Starthaus am Projekt „Campusunternehmer“ teilnehmen und so in vier Tagen spielerisch ihren Gründergeist wecken.

Möglich machte das Projekt Campusunternehmer der gemeinnützige Verein Futurepreneur e. V. aus Hamburg:
Futurepreneur ermöglicht Jugendlichen das risikofreie Testen von Produkt- und Unternehmensideen. Dabei können die Teilnehmenden herausfinden, wie viel Spaß es macht innovative Ideen zu entwickeln und etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Es werden individuelle Eigenschaften hervorgeholt und die Möglichkeit gegeben das Erlernte, aber auch die persönlichen Kompetenzen einzusetzen. Dabei werden die Jugendlichen durch Coaches angeleitet und können so möglicherweise ein in sich schlummerndes unternehmerisches Potenzial kennenlernen.

In Kooperation mit dem Starthaus fand am zweiten Tag der Gründertalk statt – mit dabei: Nina Fischer von TwoGreens und Benjamin Eta von der We love Soccer – Fußballschule.

Die Gründerin und der Gründer berichteten hautnah von ihrem Werdegang, ihren Erfahrungen und auch von dem Schritt, sich selbstständig zu machen. Beide Gründenden haben nach der Schule ein Studium beziehungsweise Angestelltenverhältnis gewählt – und bereuen es nicht. „Man lernt aus jeder Lebensphase Dinge für die nächste. Als gelernte Fotografin kann ich jetzt die Bilder für meine Website und Social-Media-Kanäle selbst erstellen“, so Fischer. Und einig sind sie sich auch: „Fang‘ früh an zu überlegen, welche Qualifikationen du vielleicht für eine Selbstständigkeit brauchst – ich brauchte verschiedene Trainerscheine um als Fußballtrainer arbeiten zu können. Wenn du weißt in welche Richtung es geht, lege los!“, so Benjamin Eta. Die Jugendlichen konnten mithilfe der Unternehmenden viele Fragen klären und bekamen hilfreiche Tipps und Ratschläge an die Hand.

Im weiteren Verlauf der Projektwoche erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigene Geschäftsideen mit dem Ziel, erste Produkte zu erstellen und diese an einem Vormittag zu verkaufen. Nach einem Brainstorming verfolgte die Klasse in Kleingruppen sechs verschiedene Ideen. Am letzten Tag konnten die Schülerinnen und Schüler dann testen, wie ihre Idee und ihr Produkt bei echten Konsumenten ankamen. Eine Kleingruppe nähte Haargummis, sogenannte Scrunchies, selbst, eine weitere designte Briefumschläge neu und konnte ihnen damit eine persönliche Note einhauchen. Auch Corona-Schutzpakete wurden angeboten oder aber kleine Komplimente und Mutmacher an Rosen zum Mitnehmen. Mit kleinen Verkaufsständen gewappnet wurde Akquise betrieben – mit einem grandiosem Ergebnis: Insgesamt konnten die Jugendlichen rund 305 Euro verdienen und ihre Kosten decken! Die Erfahrungen der Verkaufsaktion waren vielfältig und herausfordernd, denn für viele war das alleinige Ansprechen von fremden Personen eine Hürde und unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen natürlich umso schwerer – da zum Beispiel Mimik unter einer Maske nur wenig erkennbar ist. „Es hat richtig viel Spaß gemacht, mit so vielen verschiedenen Menschen zu sprechen. Die meisten waren super nett und fanden toll, was wir machen.“, so eines der Teams.

Auch die Klassenlehrerin Franziska Krause ist begeistert: „Danke, dass wir dieses Projekt mitmachen durften! Die Schüler*innen haben viele wertvolle Erfahrungen jenseits des Schulalltags gesammelt, die sie so schnell nicht vergessen werden.“
Insgesamt ein voller Erfolg!

 


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