27. Juli 2020

Vom Fernweh in Coronazeiten

Vor drei Jahren gründete Hanna Schumacher ihr Unternehmen „Yoga Wachstum“ in Bremen. Jetzt möchte sie auf Weltreise gehen, aber ihr Business weiterführen. Warum ihr die Coronakrise dabei sogar geholfen hat – und wie ihre Pläne heute aussehen.

„Yoga? Das ist nichts für mich!“ – Sätze wie diesen kennt Hanna Schumacher zur Genüge. Und vor einigen Jahren hätte sie ihn auch selbst noch gesagt. Aber Yoga geht auch anders. Als sportliche Bewegungslehre, die Rückenleiden entgegenwirkt, entspannend wirkt und neue Energie im Körper freisetzt.
Davon ist die 36-jährige Schumacher heute mehr denn je überzeugt. Und will auch andere begeistern: Als Yogalehrerin und Coach betreibt sie seit nun mehr als zwei Jahren ihr junges Unternehmen „Yoga Wachstum“.

Lehren und lernen
Wie wichtig Sport für ein gesundes Leben ist, das wusste sie schon immer. Als Lehrerin für Deutsch und Sport arbeitete sie jahrelang an verschiedenen Schulen. Damals kam sie in Kontakt mit der Yoga-Lehre, ging sogar für einen Monat nach Indien, um dort ihr Wissen zu erweitern. „Ich war sportlich sehr aktiv. Yoga hat mir gezeigt, mich ganz neu auf mich selbst zu fokussieren, mich zu erholen vom stressigen Alltag und psychisch an mir zu arbeiten. Gleichzeitig fordert es den Körper aber auch komplett anders als andere Sportarten, ist eine neue Herausforderung“, sagt sie.

Abschalten fällt vielen schwer
Die intensive Beschäftigung mit Yoga und Coaching-Techniken verbanden sich vor einigen Jahren dann zu einer Geschäftsidee: Kurse in Unternehmen oder für Privatleute, die Yoga und Coaching kombinieren. „Heute wird immer mehr Leistung gefordert, die Welt dreht sich immer schneller. Viele können nicht richtig abschalten. Yoga kann helfen, die innere Ruhe und eine positiver Lebenshaltung wiederzufinden“, so Schumacher.
Und ergänzt: „Viele Menschen fühlen, dass es ihnen nicht gut geht, dass sie mit ihrer derzeitigen Lebenssituation unzufrieden sind, sie können aber nicht genau benennen, warum. Ich helfe während bei der Suche nach der Ursache – gebe Hilfe zur Selbsthilfe“. Während Yoga den Körper zur Ruhe bringe, schaffe sie mit ihrem Coaching-Ansatz einen neuen Haltepunkt für die Psyche. Dabei sei es ihr wichtig, keine Lösungen vorzugeben, sondern anzuleiten und Verstecktes zu wecken.

Hanna Schumacher nimmt Abschied aus Bremen – ein vorerst letztes Mal Glück abholen bei den Bremer Stadtmusikanten

Geschäftsfrau und Gründerin – mit innerer Ruhe und viel Tatkraft
Wer mit ihr spricht, spürt das. Eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit, die nach außen scheint. Gar nicht so üblich für eine junge Unternehmerin – schließlich sind die ersten Jahre die härteste und stressigste Zeit einer Selbstständigkeit. „Ich kenne meine Stärken. Die Verbindung von Yoga und Coaching ist mein Alleinstellungsmerkmal, das habe ich anderen voraus“, weiß Schumacher. „Und die sehr gute Unterstützung durch das Starthaus in Bremen hat mir auch geholfen.“ So nahm sie eine Marketingberatung in Anspruch, die ihr half, Zielgruppen zu definieren und ein einheitliches Auftreten nach außen aufzubauen.

Selbstständig trotz Weltreise?
Nach mehr als zwei erfolgreichen Jahren in ihrem Business ist Hanna Schumacher nun bereit für Veränderungen. Nach einer längeren Reise ins Ausland, von September 2019 bis Januar 2020, während der sie ihre Kurse in Deutschland pausierte, blieb das Fernweh. Schnell war klar: Sie möchte weiter auf Reisen gehen, Monate am Stück. Sie schmiedete Pläne, setzte sich im Februar 2020 mit dem 15. Mai 2020 ein Datum und löste ihren Haushalt kurzerhand auf.
Blieb nur eine Frage: Wie sollte sie mit ihrer Selbstständigkeit weitermachen? Kurse geben und auf Reisen sein? Die naheliegende Antwort: Ein Online-Angebot schaffen. Was im Sommer 2020 selbstverständlich erscheint, war kurz vor der Coronakrise noch ein schwieriges Geschäft mit mäßiger Rückmeldung. „Coaching und Yoga sind zwei Bereiche, die durch eine persönliche Note funktionieren – meine Kunden waren zunächst sehr skeptisch“, so Schumacher.

Hier half ihr die Coronakrise. Große Firmenkunden sagten ihre Kurse ab, persönliche Yoga-Stunden fielen aus. Schumacher setzte kurzerhand ganz auf ihr Online-Angebot und bot ihre Yoga-Kurse digital an – mit Erfolg. Viele private Kunden und Kundinnen entschieden sich für einen Test und blieben begeistert am Ball. „Man hat weiterhin einen festen Termin für die Yogastunde, als Unterstützung, gegen den inneren Schweinehund. Der Mensch, der die Stunde durchführt bleibt ja auch der gleiche – nur eben jetzt vor dem Display“, so Schumacher.

Wohin es die Bremerin zieht? Erst einmal nach Frankreich!

Positives in der Krise
So fand sie in der Pandemie etwas Positives: Einen Testlauf für Online-Kurse, die sie künftig von überall auf der Welt ausüben kann. Und auch das Feedback ihrer Yogaklassen auf ihre Reisepläne ist eindeutig: „Wir begleiten dich eben auf deiner Reise und können so auch ein wenig die Welt entdecken“, sagten ihre KundInnen. Und das kann man ganz einfach auf Schumachers Instagram-Account.  Dort wird die Bremerin von ihren Erfahrungen berichten.

Nachdem viele Länder im Sommer 2020 ihre Reisebeschränkungen wieder aufgehoben haben, kann es für die Bremerin jetzt auch tatsächlich losgehen. Jedoch mit kleinen Planänderungen. Statt nach Indonesien reist Schumacher nun mit dem Camper durch Frankreich. Anschließend geht es Richtung Süden bis nach Spanien. Welche Länder folgen, hängt von den Reisebeschränkungen und aktuellen Entwicklungen in den Ländern ab. Doch die Yogalehrerin bleibt optimistisch: „In diesen Zeiten auf Reisen zu gehen ist selbstverständlich nicht ohne. Ich informiere mich stets über die Corona-Maßnahmen und halte diese entsprechend ein. Sollte sich die Situation verschlechtern, werde ich abwägen, welchem Risiko ich mich weiter aussetzen möchte.“

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Bild oben: Hanna Schumacher