8. November 2019

Wissen teilen und gemeinsam Innovationen antreiben

Wissen teilen, gemeinsam mehr schaffen – das ist die Idee hinter „Open Innovation“. Ein neues Starthaus Programm nutzt sie nun, um Technologie-Gründungen den Start ins Unternehmertum zu erleichtern und ihnen so einen Boost zu geben.

 

Gerade in der Techbranche heißt es oft: Schnell wachsen, Innovationen vorantreiben und von Anfang an auf solide Strukturen bauen. Vielen Gründerinnen und Gründern fällt das jedoch schwer.

Aus diesem Grund gibt es in Bremen jetzt den Open Innovation Cycle. Es basiert auf der Idee der „Open Innovation“ – Ideen gedeihen besser, wenn sie geteilt werden, indem Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups, Politik und Gesellschaft gemeinsam an neuen Themen tüfteln, ihr Wissen teilen und sich vernetzen. Das Konzept stammt vom US-amerikanischenr Wirtschaftswissenschaftler Henry Chesbrough.
In Bremen wurde die Idee jetzt von Rebekka Tegtmeier und Jonas Fromme aufgegriffen, für Start-ups weiterentwickelt und durch das Starthaus Gründerinnen und Gründern als Programm zur Verfügung gestellt. Rebekka ist Change-Managerin und Unternehmensberaterin, kennt die Probleme junger Unternehmen und mittelständischen Unternehmen, Jonas ist Startup-Coach und bringt als Gründer praktische Erfahrung mit ein. Wir haben uns mit ihnen über ihr neues Angebot, den Open Innovation Cycle, unterhalten.

Rebekka – was ist der Open Innovation Cycle OIC by Starthaus Bremen?
Rebekka: Es ist ein 12-wöchiges Programm für die idea- & Pre-Seed Phase, das dabei helfen soll, aus einer innovativen Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln und Gründerinnen und Gründer ein Netzwerk an die Hand gibt, das ihnen wirklich weiterhilft. Es ist quasi die Eintrittskarte in das Bremer Gründungsökosystem, das aus vielen Akteuren und Angeboten besteht, zu der auch der OIC gehört. Das Starthaus vernetzt die Teilnehmer des OIC beispielweise zu den passenden Akteuren in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Ökosystem in Bremen und leistet dadurch einen Beitrag zur „Open Innovation“.

Der OICEs richtet sich damit also an alle diejenigen, welche gerade mit ihrem Unternehmen gestartet sind?
Jonas: Es eignet sich für alle innovativen skalierbaren Ideen, dabei kann es sich um ein Start-up, ein etabliertes Unternehmen oder jemanden mit einer guten Idee handeln, der sich vorstellen kann, einmal zu gründen. Wir sind da nicht festgelegt und wollen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenbringen und Sie dabei unterstützen, ihr Vorhaben umzusetzen.

Warum ist so ein Programm speziell für die Techbranche wichtig?
Rebekka: Start-ups verwenden viel Zeit darauf, sich in ihrer Selbstständigkeit zurecht zu finden, sich zu organisieren und am Geschäftsmodell zu feilen. Ihnen fehlt es oft an wichtigen Ressourcen, beispielsweise Finanzierungen oder Know-how. Und gerade, wenn es um Tech-Startups und skalierbare Geschäftsmodelle geht, gibt es mittlerweile zahlreiche, gut funktionierende Methoden, die helfen, die Idee weiterzubringen, die aber viele noch nicht kennen.

Jonas: Wir wollen in der allerersten Phase, der Pre-Seed Phase, zielgerichtet weiterhelfen. Im Verlauf der zwölf Wochen werden die Teilnehmenden darauf vorbereitet die nächsten Schritte zu gehen, zum Beispiel vor Investoren zu pitchen, einen Accelerator oder gezielt Kunden zu finden.

Wie sieht der OIC denn praktisch aus?
Rebekka: Das Programm ist modular aufgebaut, aufgrund der sehr unterschiedlichen Wissensstände – was für den einen neu ist, hat der andere schon drauf. Es startet mit einigen Pflichtmodulen, auf denen Wahlmodule aufbauen. Insgesamt dauert ein Durchlauf zwölf Wochen, der von maximal fünf Teams gleichzeitig durchlaufen wird.

Jonas: Wir starten mit einem One-Day-Incubator, bei dem Vision, Strategie, Elevator Pitch, Business Model und benötigte Ressourcen thematisiert werden. Anschließend gibt es ein Scrum-Training. Die Projektmanagementmethode Scrum ist gerade in der Techbranche sehr beliebt und hilft, schnell und agil zu arbeiten. Sie ist auch Grundlage des Programms.

Rebekka: Alle drei Wochen gibt es Treffen, in denen wir uns über den Fortschritt austauschen und die nächsten drei Wochen planen. Durch den Austausch können sich die Teilnehmer gegenseitig weiterhelfen und voneinander lernen. Dazu bieten wir Trainings und Coachings an, die bei bestimmten Aspekten weiterhelfen, zum Beispiel Marketing, Präsentationen oder Teambuilding.

Was sind zentrale Punkte, die ihr den Start-ups mit auf den Weg geben wollt?
Jonas: Einerseits wie man kundenzentriert entwickelt, denn viele junge Unternehmen wollen „ihre Idee“ realisieren und achten zu wenig auf den tatsächlichen Bedarf am Markt. Und andererseits wie man agil und effizient im Team arbeitet – auch wenn dies schnell wächst und viele Unsicherheiten bestehen.
Ein wichtiger Aspekt, das hattet ihr eingangs erwähnt, ist der Kontakt zum Gründungsnetzwerk – wie helft ihr da den Teams?

Rebekka: Kein Start-ups kann alles – aber in Bremen gibt es mit der Starthaus-Initiative ein starkes Netz, das in jeder Lage weiterhelfen kann. Deshalb ist es uns ein zentrales Anliegen, für die Teams in den zwölf Wochen Kontakte in das Netzwerk herzustellen, aber auch untereinander für stärkeren Austausch zu sorgen, denn so entstehen gemeinsame Ideen und Projekte, die weiterhelfen. Deshalb reden wir auch von der „Eintrittskarte“, wenn wir über unser Programm sprechen, es ergänzt andere Angebote in Bremen perfekt.

Der erste Durchlauf ist jetzt gestartet – wie können sich Interessierte für den nächsten bewerben?
Jonas: Das einfachste ist es, sich beim Starthaus zu melden, welches unser Programm auch trägt. Von dort aus geht es dann weiter. Wir freuen uns!

Rebekka, Jonas, vielen Dank für das Gespräch!
Weitere Informationen zu Anmeldung und Ablauf.