Viktoria und Myriam
5. Juli 2019

Was darfs sein: Unverpackt oder gut verpackt?

Viktoria Theoharova und Myriam Carneva sind Herzblut-Unternehmerinnen. Sie profitieren dabei von einem aktuellen Trend – und einem neuen Angebot des Starthauses.

Nachhaltig leben und verantwortungsvoll handeln – ein Thema, das bei Viktoria Theoharova und Myriam Carneva große Bedeutung hat. Mit ihren Unternehmen „Huddy“ und „L’epicerie Bio“ gehen sie es ganz unterschiedlich an – aber beide mit Erfolg.

Im Tante-Emma-Laden „L’epicerie Bio“ sucht man Plastikverpackungen vergebens. Die Bremerin Carneva verzichtet ganz bewusst auf alles, was in Einweg verpackt ist. Stattdessen finden sich Trockenwaren in großen Gläsern, individuell abfüllbar. Bambus und Holz kommen zum Einsatz, wo sonst Plastik üblich ist, ob bei Zahnbürsten oder Kämmen. „Die Epicerie gibt es jetzt ein Jahr und jeden Tag kommen neue Leute, nicht nur aus dem Stadtviertel, sondern auch von weiter her. Manche fahren extra für einen Großeinkauf zu mir“, berichtet Carneva begeistert.

Besonders Hygiene- und Reinigungsprodukte laufen gut, die gebürtige Französin baut in ihrem Unverpackt-Laden in der Bremer Neustadt ihr Sortiment ständig aus. „Manchmal muss man den Leuten noch erklären, wie das Abfüllen funktioniert, aber das gehört dazu“, sagt sie.

Myriam Carneva in ihrem Laden
In ihrem Unverpackt-Laden verkauft Carneva neben Lebensmitteln auch Hygiene- und Reinigungsartikel – bio und ohne Pastik © WFB/Focke Strangmann

Auf den Pullover gekommen

Auch Huddy findet eine Antwort auf den Wegwerf-Wahn. Genauer auf den der Bekleidungsindustrie: Statt Massenware von der Stange verkauft Viktoria Theoharova Klamotten, die auf Maß geschneidert sind und von den Käuferinnen und Käufern selbst designt werden können: der Pullover aus dem Baukasten. Zudem verwendet sie Öko- und Recyclingstoffe für ihre Kreationen.

Beide Frauen haben ihren ganz eigenen Ansatz gefunden, um unternehmerisch und gleichzeitig nachhaltig zu handeln. Damit liegen sie im Trend, Verbraucherinnen und Verbraucher achten nicht erst seit der Fridays-for-Future-Bewegung verstärkt auf nachhaltiges Einkaufen.

Und in beiden Fällen haben sie auf das Starthaus gesetzt, um ihren Unternehmen den richtigen Anschub zu verleihen. Sie nutzten MikroCrowd Bremen, ein Finanzierungsangebot, dass das Beste aus zwei Welten kombiniert: einmal das Crowdfunding und den Mikrokredit der BAB – Die Aufbaubank für Bremen und Bremerhaven.

 

MikroCrowd – mit wenig viel erreichen

Und wie das funktioniert, das erklären wir hier: Die erste Hälfte des Programms besteht aus einer Crowdfundingkampagne auf der Bremer Schotterweg-Plattform. Dort sammelten auch Viktoria und Myriam jeweils mehrere tausend Euro von Unterstützerinnen und Unterstützern ein. Hat sich die Idee auf diese Weise bewährt, gibt die BAB in der zweiten Phase noch einmal bis zu 10.000 Euro als Mikrokredit hinzu – sodass insgesamt bis zu 20.000 Euro an Finanzmitteln vorhanden sind.

Perfekt, um den ersten Schritt ins eigene Business zu machen. Davon ist auch Viktoria Theoharova überzeugt: „Ich wollte Menschen, die an mich glauben, und ihr Feedback. Die Resonanz war und ist mir sehr wichtig“, sagt sie. „Zudem war die Kampagne für mich ein fantastisches Marketingtool“.

Viktoria Teoharova mit selbstgenähtem Huddy
Individuell zusammengestellt – neben Pullovern schneidert Theoharova auch T-Shirts und Accessoires © WFB/Focke Strangmann

Try, Rinse & Repeat

Denn Crowdfunding eignet sich perfekt, um den Markt zu testen, erste Kunden zu begeistern, ohne gleich mit der Produktion in die Vollen zu gehen. Vor allem für Ideen aus dem Dienstleistungs- und Consumerbereich ein hervorragendes Instrument.

Auch Carneva blickt gern auf die Kampagne zurück: „Das Crowdfunding war super, um zu sehen, ob meine Idee auf Interesse stößt. Mit dem Geld aus Crowdfunding und Mikrokredit konnte ich dann unter anderem meine Ladeneinrichtung kaufen.“

Sie sei jetzt eine glückliche Ladenbesitzerin. „Alles hier drin ist meine Idee – von den Produkten bis zur Dekoration, das gefällt mir besonders gut.“ Mit einer ersten Angestellten hat sie bereits einen Arbeitsplatz geschaffen, den der Laden finanziert.

Wer jetzt selbst mit einer Idee an den Start gehen will, dem rät sie: „Kommuniziert während der Kampagne viel, erzählt es jedem und macht Werbung, damit es alle erfahren!“


An einer Gründung oder an Wachstum Deines jungen Unternehmens interessiert? Schreib uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder rufe uns unter +49 (0) 421 9600 372 an, wenn Du Fragen zu Deiner Gründung(sidee) hast oder Unterstützung wünschst. Wir haben die Antworten!

Bild oben: Viktoria Theoharova und Myriam Carneva nutzten die Starthaus-MikroCrowd © WFB/Focke Strangmann