Ein Mann legt das Wort "Start" bei Scrabble
26. Juni 2020

15 Förderprogramme für selbständige Kreative

Mit einer Förderung gelingt der Start ins eigene Unternehmen – und der Weg zur Finanzierung ist gar nicht so kompliziert. Wir zeigen euch, wie ihr loslegt!

Förderprogramme greifen Gründenden unter die Arme. Ob mit Beratung, Qualifizierung, Coaching, Darlehen, Kredit oder Zuschuss, in groß oder klein. Es gibt für viele Business-Ideen in der Kultur- und Kreativwirtschaft ein passendes Programm.

Und wer jetzt denkt: “Förderprogramm? Das klingt doch nach Antrag in dreifacher Ausfertigung mit Stempel, Monaten an Wartezeit und vielen Behördengängen!”, dem sei gesagt: Keine Sorge – niemand muss sich allein durch den Dschungel an Programmen und Anträgen wühlen. Profis wie wir vom Starthaus helfen dabei, das richtige Förderprogramm zu finden. Ruft uns einfach an – wir helfen euch weiter und finden gemeinsam die beste Lösung für eine Finanzierung eurer Gründungsidee.

 

Corona-Förderprogramme
Von der Coronakrise sind besonders die Kleinstunternehmen und Soloselbständigen betroffen, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft häufig vertreten sind. Für sie gibt es verschiedene Förderprogramme und Unterstützungsleistungen, die aufgrund ihrer temporären Natur nicht Teil dieses Artikels sind. Betroffene erhalten weitere Informationen beim Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft

 

Und nun zu unserer Übersicht über die wichtigsten Förderprogramme für Kreative in der Selbstständigkeit:

Regional:

Das Wort Innovation wird bei Scrabble gelegt
Die Förderbank BAB hilft Unternehmen, Innovationen umzusetzen © Tristan Vankann, fotoetage
  1. Coachingprogramm des Starthauses

Gründerinnen und Gründer aus der Kreativwirtschaft haben oft Fragen über Fragen: Was muss ich bei Steuern beachten? Wie finde ich Kunden? Wie muss ich buchhalten? Wie entwickele ich eine Geschäftsstrategie?

Viele dieser Fragen stellen sich bereits im Vorfeld der Existenzgründung – oder im Prozess dahin. Das Starthaus hat deshalb ein zwölfmonatiges Programm ins Leben gerufen, was genau hier ansetzt.

In dem Programm finden über ein Jahr verteilt regelmäßige Veranstaltungen statt zu vielen Themen der Unternehmensgründung. Die Teilnehmenden absolvieren ihre Gründungsvorbereitung als Mitglied einer Gruppe von Gleichgesinnten und bauen sich dadurch sofort ein umfangreiches Kontaktnetzwerk auf. Zudem gibt es projektbezogene finanzielle Förderung als Hilfe zum Lebensunterhalt in Höhe von 6.000 Euro bis 9.000 Euro.

Außerdem stehen den Teilnehmenden Gründungsvorbereitungsräume („Seedraumarbeitsplätze“), Büro-, Labor-, Werkstatt- und Produktionsräume in den Bremer und Bremerhavener Technologie-/Gründungszentren zur Verfügung.

 

  1. Mikrokredit des Starthauses

Gerade für Kreative sind Mikrokredite eine wirksame Starthilfe. Denn häufig ist der Investitionsbedarf überschaubar – Büroausstattung, Computer und ein wenig Equipment reichen. Teure Maschinen oder Produktionshallen benötigen die wenigsten.

Der Mikrokredit ist dann für Unternehmerinnen und Unternehmer da, wenn sie von anderen Banken kein Geld erhalten – weil etwa für sie das Risiko zu hoch ist. Er finanziert Vorhaben mit einem Gesamtkapitalbedarf bis zu 100.000 Euro.

 

Ein Bild der Online-Plattform Schotterweg
Regionale Projekte unterstützen mit der Plattform Schotterweg
  1. Crowdfunding: Schotterweg

Besonders im Bereich der Kunst und Kultur hat sich das Crowdfunding zu einer echten Finanzierungsalternative entwickelt. Seit fünf Jahren gibt es in Bremen die Schotterweg-Plattform, auf der Projekte durch die Öffentlichkeit gefördert werden.

Für den Unternehmerinnen und Unternehmer hat das mehr als einen Vorteil: Schon vor Beginn seines Vorhabens weiß er oder sie, auf welche Resonanz das Produkt, die Veranstaltung oder die Idee stößt. Wertvolles Feedback von späteren Kundinnen und Kunden kann so bereits vor und in der Gründungsphase in die Gründungsidee fließen.

Crowdfunding-Kampagnen sind in ihrer Höhe unbegrenzt, erfahrungsgemäß eignen sich vor allem Zielbeträge bis zum niedrigen fünfstelligen Bereich.

  1. MikroCrowd

Das Beste aus zwei Welten verbindet das MikroCrowd-Angebot des Starthauses. Es kombiniert Mikrokredit und Crowdfunding. Gründerinnen und Gründer können ihre Idee mit einem Crowdfunding schnell am Markt testen und gleichzeitig einen größeren Finanzbedarf durch den Mikrokredit decken, der allein durch die Crowdfunding-Kampagne nicht zu zustande gekommen wäre. Hierbei kann eine Finanzierung von kombiniert 20.000 Euro erreicht werden.

Zwei Bremerinnen, die erfolgreich mit dem MikroCrowd-Programm gestartet sind, porträtieren wir hier.

 

  1. Open Innovation Cycle und Frauenförderung des Starthauses

Speziell für technologieorientierte Start-ups ist der Open Innovation Cycle ein Programm, in dem über 12 Wochen hinweg Teams unter Anleitung an der eigenen Geschäftsidee feilen. Dabei lernen sie moderne Projektmanagement-Methoden wie SCRUM oder die kundenzentrierte Entwicklung und erhalten viele Kontakte ins Gründungsnetzwerk und zu potenziellen Investoren. Im Fokus steht das gemeinsame Arbeiten in Gruppen.

Das Programm „She Starts“ richtet sich speziell an Frauen in der Gründungsphase. Es bietet bedarfsgerechte und frauenspezifische Unterstützung an – ob in der feedbackorientierten Beratung oder beim Erstellen des Businessplans. Mit unterschiedlichen Workshops und Events gelangen Frauen an die richtigen Werkzeuge, um die eigene Gründungsidee umzusetzen.

 

  1. BAB – Beteiligungskapital

Die BAB bietet über ihre 100%ige Tochter die BAB Beteiligungs- und Managementgesellschaft Bremen mbH, Bremen (BBM) Kapital suchenden Unternehmen Beteiligungskapital in allen Unternehmensphasen. Dabei beschränkt sich die Einflussnahme der BAB auf die eines langfristigen Partners zum Wohle des Unternehmens, wobei der Fördergedanke mit im Vordergrund steht.

Ziel ist es, Gründungen zu ermöglichen und Unternehmen in Bremen und Bremerhaven nachhaltig zu stärken. Der Unternehmer bleibt stets „Herr im eigenen Hause“. Im Krisenfall verbleibt die Beteiligung im Unternehmen und puffert damit Verluste ab.

 

  1. Bürgschaften der Bürgschaftsbank Bremen GmbH

Wer nur mit wenig eigenen Mitteln bei der Bank einen großen Kredit beantragen möchte, erhält nicht immer positive Rückmeldung – das Ausfallrisiko ist der Bank häufig zu groß und ein Antrag wird negativ beschieden. Hier hilft die Bremer Bürgschaftsbank. Als Selbsthilfeeinrichtung der Bremer Wirtschaft übernimmt sie die Verantwortung für drohende Zahlungsausfälle. Mit einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank im Rücken können Unternehmer dann erfolgreich einen Kredit beantragen – bei Neugründung, Geschäftserweiterung oder einem anderen Großprojekt. Der Vorteil: mehr Sicherheit für alle.

 

  1. Filmförderung mit der nordmedia

Videodreh, Filmfestival, Kinoprojekt oder auch ein eigenes Videospiel – bei der Nordmedia geht es immer um das Visuelle, Bewegte. Die gemeinsame Medien-Fördereinrichtung des Landes Bremen und Niedersachsen fördert kreative Unternehmen und Ideen in vielen Bereichen der Kreativwirtschaft mit Finanzierung, Wissen, Kontakten oder auch Coachings.

Ein Instrument ist das CLOSEUP-Stipendium, das bis zu bis zu 20.000 Euro für die Entwicklung neuer Medienformate vergibt.

 

  1. Veranstaltungsförderung der WFB

Wer an Bremen denkt, dem fallen die Stadtmusikanten und Werder Bremen ein: Kultur und Sport. Weil beide Bereiche so wichtig für die Hansestadt sind, fördert die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) Kultur- und Sportveranstaltungen, die eine überregionale Bedeutung haben über ein eigenes Programm.

 

Überregional:

 

  1. Kultur- und Kreativpiloten

In diesem bundesweiten Programm hier geht es vor allem ums Wissen – und Lernen. Über ein Jahr hinweg werden die “Kreativpiloten” – 32 Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft – professionell begleitet. Sie erhalten Trainings und Coachings zu wichtigen Themen im Bereich der Unternehmensgründung. Dazu viel Aufmerksamkeit, denn als Teilnehmende eines Bundesprogramms werden die Piloten gerne durch die Medien gereicht. Genau richtig für kleine Unternehmen, die kaum bekannt sind.

Die Bewerbungsphase für den 2020er-Jahrgang startet übrigens am 01. Juli 2020!

Einen persönlichen Erfahrungsbericht zum Programm gibt es hier: „Existenzgründung: Wenn Flipcharts mit den Kreativpiloten fliegen lernen

 

  1. KfW-Fonds

Die KfW oder Kreditanstalt für Wiederaufbau ist die bundesdeutsche Förderbank – als solche hat sie für Gründerinnen und Gründer gleich eine ganze Reihe an Unterstützungsmöglichkeiten in petto. So gibt es verschiedene Kredite und Fördermodelle für Gründer mit oder ohne eigenem Kapital zu unterschiedlichen Zinssätzen.

 

  1. Initiative Musik – Künstlerförderung

Die Initiative Musik fördert “Rock, Pop und Jazz in Deutschland” mit Mitteln aus verschiedenen Quellen, etwa aus der GEMA. Neben Künstlern, die direkt unterstützt werden, werden auch Auftritte, Infrastrukturen in der Musikwirtschaft oder neue Technik für Veranstaltungshäuser finanziert.

 

  1. Filmförderanstalt

Ähnlich wie auf Landesebene die nordmedia fördert die Filmförderanstalt auf Bundesebene Projekte rund um das Bewegtbild, ob Produktion, Regie, Kurz- oder Kinofilm, Action oder Zeichentrick. Die Mittel stammen aus der Filmabgabe, die alle Kinos in Deutschland entrichten müssen.

 

  1. Mikrokreditfonds Deutschland

Manchmal reicht auch schon ein bisschen – Mikrokredite sind kleine Finanzspritzen, hier bis 20.000 Euro. Oft genug für einen ersten Start, die erste Ausrüstung, damit es losgehen kann. Verschiedene Finanzinstitute geben Mikrokredite. Von der Bundesregierung gefördert ist die Seite www.mein-mikrokredit.de, die Auskunft über Banken gibt, die Mikrodarlehen zur Verfügung stellen.

 

  1. Einstiegsgeld und Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit

Aus der Arbeitslosigkeit heraus zu gründen ist eine besondere Hürde, denn bei Banken wird es dann oft schwierig. Gleichzeitig bietet die Chance, sich selbstständig zu machen gerade für Beschäftigungslose eine neuen Weg und spannende Perspektiven – wenn nicht jetzt, wann dann? Gründungszuschuss und Einstiegsgeld sind Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit, die ALGI und ALGII-Empfängern ausgezahlt werden und so Selbstständigen in den ersten Monaten mit regelmäßigen Beiträgen unter die Arme greifen. Beantragt werden können Sie in den lokalen Agenturen.

 

Natürlich sind das noch längst nicht alle Förderprogramme. Im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften und der Gründungen von Unternehmen gibt es noch weitere Programme speziell für Kreativgründende, zum Beispiel EXIST.

Auch die Übersichtsseite des BMWi bietet Zugang zu weiteren Fördermöglichkeiten

Für Unternehmen der IT-Industrie gibt es zudem eine ganze Reihe gesonderter Forschungsprogramme, die hier aufgrund ihrer Vielzahl nicht erschöpfend behandelt werden können. Diese und weitere Förderprogramme sind auch in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden.

 


An einer Gründung oder an Wachstum deines jungen Unternehmens interessiert? Schreib uns gern eine Mail an info@starthaus-bremen.de oder rufe uns unter +49 (0)421 9600 372 an, wenn du Fragen zu deiner Gründung(sidee) hast oder Unterstützung beim Wachstum wünschst. Wir haben die Antworten!

 

Bild oben: Förderprogramme können Unternehmensgründenden den Start in die Selbstständigkeit erleichtern © Tristan Vankann, fotoetage